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Kitaeingewöhnung · September 2026

„Da mussten wir auch alle durch“

So oder so ähnlich beginnen die Sätze, die wir von unseren Eltern, Schwiegereltern und auch von anderen Menschen hören. Dabei geht es gar nicht darum, dass das Kind in die Kita gegangen ist – sondern um die Art und Weise, wie.

Ich habe lange mit mir gerungen, ob der Kitaeinstieg mit etwas älter als 1,5 Jahren richtig für unseren Sohn ist. Manche Freundinnen wollten ihr Kind bis drei Jahre zuhause lassen, andere haben ihr Kind schon mit einem Jahr in die Kita gegeben. Wieder andere haben gemerkt, dass es mit einem Jahr für ihr Kind doch noch nicht passte, und haben die Betreuung anders organisiert. Das Wichtigste ist: Es muss zu Euch und Eurem Kind passen.

Warum aber habe ich überhaupt gezweifelt? Nicht, weil ich nicht daran geglaubt habe, dass mein Sohn es schafft – sondern weil ich Angst vor dem Weinen hatte. Irgendwann kommt der Punkt, an dem die gut gemeinten Ratschläge unserer Elterngeneration zur Kitaeingewöhnung losgehen. Und sie klingen alle ähnlich. Die Mütter sagen:

„Ich habe draußen geweint und mein Kind drinnen weinen und schreien hören.“

Die Väter sagen: „Das ist doch nicht so schlimm, das hast du auch geschafft.“ Selbst im Freundeskreis gab es Sätze wie: „Er war nach drei Tagen eingewöhnt, aber er weint immer noch, wenn ich ihn abgebe.“

Klingt alles nicht gerade ermutigend, oder?

Immer wieder habe ich meinen Partner gefragt, ob nicht er die Eingewöhnung übernehmen könnte. Aber sechs bis acht Wochen ohne Einkommen sind eben schwierig. Wochenlang habe ich mit mir gehadert: Einerseits glaubte ich, dass der soziale Kontakt genau richtig für unseren Sohn ist, andererseits hatte ich wirklich Angst vor der Eingewöhnung.

Also gingen mein Sohn und ich gemeinsam zu unserem ersten Kitatag – ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge, in der Hoffnung, mein mulmiges Gefühl nicht an ihn weiterzugeben.

Unsere Kitagruppe war komplett neu. Die Eingewöhnung fand zunächst in kleinen Gruppen und mehreren Zeitslots statt, die Atmosphäre war entspannt und freundlich. Das Krippenteam erklärte uns: Sie wollen die Kinder erst einmal kennenlernen. Eine Stunde am Tag reicht am Anfang völlig, denn es gibt so viele neue Eindrücke zu verarbeiten. Und es geht schnell nach hinten los, wenn die Kinder gleich zu Beginn zu lange bleiben – dann glaubt man, es klappt schon, und erlebt kurz darauf einen Rückschritt.

Die ersten zwei Wochen wurde gar nicht getrennt. Wir Eltern waren einfach dabei, haben zugeschaut und unsere Kinder begleitet. Unser Sohn spielte interessiert und ging freudig hin – aber sobald ihn eine der Erzieherinnen ansprach, kam nur ein entschiedenes „Nein!“. Irgendwann mussten wir darüber lachen, und es wurde von Tag zu Tag besser.

Zuhause haben wir von Anfang an gemerkt, wie viel diese eine Stunde für unseren Sohn bedeutete: Er war aufgedreht, kam mittags gar nicht mehr zur Ruhe, brauchte abends stundenlang zum Einschlafen, tigerte durchs Bett und erzählte von der Kita. Selbst im Schlaf fielen einzelne Namen aus der Kindergruppe.

Ich war dankbar, dass man es dort so langsam angehen ließ. Dann erklärte man uns: Die Trennungen laufen auf Vertrauensbasis – idealerweise ohne Weinen, die Kinder sollen freiwillig bleiben wollen. Mir fiel ein kleiner Stein vom Herzen, auch wenn ich es noch nicht so ganz glauben konnte.

Dann kam der Tag. Für die erste Trennung wollten die Erzieherinnen mit den Kindern in einem kleinen Wagen losfahren, in dem alle einen Sitzplatz haben – oder, wie unser Sohn sagt: „Auto“. Wichtig ist dabei, dass wir uns von unseren Kindern verabschieden und ihnen sagen, dass wir sie danach abholen und dann gemeinsam nach Hause gehen. Genau das machten wir von Anfang an so, damit die Kinder es verknüpfen und darauf vertrauen können.

Wir Eltern standen hinter den Fenstern und sahen zu, wie die Kinder in das „Auto“ gesetzt wurden. Vereinzelt ging noch eine Mama mit raus, weil ihr Kind doch ein bisschen weinte. Dann fuhren sie los. Ganze fünfzehn Minuten waren sie unterwegs – für uns Eltern eine halbe Ewigkeit. Ob wohl alles gut geht? Ein Papa tigerte schon draußen hin und her, kurz vor elf Uhr schloss ich mich ihm an.

Dann sahen wir, wie die Kinder zurückkamen. Schon von weitem sah man den Erzieherinnen die Freude an, sie strahlten. Die Kinder saßen im „Auto“ und schauten neugierig – alle bis auf einen: Unser Sohn hüpfte regelrecht in seinem Sitz hin und her, weil es ihm so viel Spaß gemacht hatte.

Ich war so stolz auf ihn. Bis heute macht er das großartig. Klar, er hätte lieber, dass Mama bleibt – aber er lässt sich von den Erzieherinnen trösten und war, was wir nicht für möglich gehalten hätten, sogar eines der ersten Kinder, die dort geschlafen haben.

Lasst Euch nicht davon verunsichern, was andere sagen und erzählen. Hört auf Euer Bauchgefühl – Ihr wisst am besten, was für Euch und Euer Kind das Beste ist.

Genau solche Situationen begleiten mich auch in meinem Coaching immer wieder – die Angst vor dem Weinen, der Druck durch gut gemeinte Ratschläge, der Zweifel, ob man alles richtig macht. Als systemischer Coach und Psychologin begleite ich Dich dabei, wie Du sicher stehen kannst, damit Ihr Euren Weg als Familie gehen könnt. Eltern dabei zu bestärken, ihrer inneren Stimme zu vertrauen – das ist mir eine Herzensangelegenheit. Denn niemand kennt Euer Kind so gut wie Ihr selbst.

Wenn Du Dir dabei Unterstützung wünschst, nimm gerne Kontakt zu mir auf.

Alles Liebe,
Viktoria

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