Stillen · August 2026
Stillen ist Deine Entscheidung – Mut zum eigenen Weg
Jede Mutter hat ihre Gründe, warum sie stillt oder eben nicht stillt. Beides ist vollkommen in Ordnung. Vermutlich muss sich trotzdem jede Mutter die Kommentare und Ratschläge von außen anhören, die immer wieder dazu führen, dass sie das Gefühl hat, es niemandem recht machen zu können – frei nach dem Motto: Wie man es macht, macht man es falsch.
Meine Hebamme fragte mich schon in der Schwangerschaft, ob ich vorhabe zu stillen, und wenn ja, wie lange. Ich wollte es zumindest sechs Monate bis zum Beikoststart probieren, sofern es sich mit meiner Migräne und der Medikamenteneinnahme vereinbaren ließe. Bei meiner ersten Schwangerschaft wusste ich nicht, was eigentlich „normal“ ist – heute weiß ich es besser: Normal ist das, was zu Dir und Deinem Kind passt. Solange es sich für Dich und Dein Kind gut anfühlt, ist es auch in Ordnung.
Trotzdem ist der Weg zu dieser Erkenntnis steinig. Je älter Dein Baby wird, desto öfter wirst Du gefragt, ob Du noch stillst. Manchmal schwingt ein ungläubiger Unterton mit, manchmal sogar ein herablassender.
Als mein Sohn gerade ein Jahr alt war, war ich beim Arzt – ich dachte, ich hätte schon wieder eine Mandelentzündung. Da man mir beim letzten Mal einfach ungefragt etwas in den Hals gesprüht hatte, sagte ich diesmal vorher, dass ich noch stille. Der Kommentar der Ärztin machte mich komplett sprachlos:
„Sie wissen schon, dass das keinerlei Vorteile für Ihr Kind hat!“
Ich konnte einfach nicht antworten. Wie kann eine medizinische Fachperson so einen – noch dazu falschen – Kommentar machen? Nicht, dass ich nicht genug Wissen gehabt hätte, um zu diskutieren – aber ich fühlte mich in dem Moment komplett vor den Kopf geschlagen. Es hat mich eine ganze Weile beschäftigt, dass ich nichts gesagt habe.
Etwas später kam eine ähnliche Erfahrung: Bei der Kita-Bewerbung hieß es, unser Sohn müsse bis zum Kitastart abgestillt sein, sonst würde die Eingewöhnung nicht funktionieren. Auch dafür gab es keine fachliche Grundlage – im Gegenteil: Eigentlich empfiehlt Fachpersonal, weiterzustillen, damit das Kind nicht zwei Umbrüche auf einmal bewältigen muss. Ich habe mich davon nicht verunsichern lassen und trotzdem weitergestillt. Und tatsächlich: Obwohl er zu Hause zum Einschlafen gestillt wurde, gehörte er zu den ersten Kindern, die in der Kita eingeschlafen sind und eingewöhnt waren.
Lass Dich nicht verunsichern – egal ob von Ärzten, der Kita oder gut gemeinten Ratschlägen aus dem Umfeld. Du kennst Dein Kind am besten, und Du darfst Deinem eigenen Gefühl vertrauen.
Diese Erfahrungen bestärken mich bis heute darin, dass ich anderen Müttern in ähnlichen Situationen helfen möchte. Inzwischen habe ich selbst im Coaching für mich erarbeitet, wie ich mit solchen Situationen umgehe. Denn manchmal ist es hilfreich, wenn Dir jemand dabei hilft, Dein Verhalten aus einer anderen Perspektive zu betrachten und zu reflektieren, was Dir eigentlich wichtig ist.
Ich wusste in diesen Momenten eigentlich schon, dass ich niemandem eine Rechtfertigung schulde – weder der Ärztin, noch der Kita, noch sonst irgendwem. Nur lässt sich das in der Situation selbst oft nicht so leicht umsetzen. Kennst Du das auch? Dass Du genau weißt, was Dir wichtig ist und was zählt, aber im Moment selbst die Worte oder der Mut fehlen, dafür einzustehen?
Genau bei solchen Momenten setze ich in meinem Coaching an. Als systemischer Coach und Psychologin begleite ich Dich dabei, wie Du sicher stehen kannst, damit Du Deinen eigenen Weg als Mutter und Familie gehen kannst.
Wenn Du Dir dabei Unterstützung wünschst, nimm gerne Kontakt zu mir auf.
Alles Liebe,
Viktoria